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maria flöckner und hermann schnöll
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haus 47°40’48”n/13°8’12”e

    die natur im haus
    sn / top of salzburg 1/2007

    das salzburger architektenduo maria flöckner und hermann schnöll hat mit dem haus 47°40'48"n/13°8'12"e den versuch, natur, wissenschaft und poesie in ein wohnkonzept zu verschmelzen, neu belebt.

    architektur und natur sind ein gegensatzpaar, das ineinander übergeht. schon wo die ersten menschen sich wohnhöhlen bauten oder höhlen zum leben anpassten, wird diese teilmenge sichtbar: wo endet die natur, wo beginnt die architektur? dass diese frage über die jahrtausende theoretisch und philosophisch aufgeladen wurde, liegt auf der hand. geschützt umgeben von einem haus, das ebenso unsichtbar wie harmonisch in den landschaftsfluss eingebettet da liegt, lebt darin der mensch von heute.
    dass architektur zu den klassischen, also den großen künsten gehört, wird allzu oft unter ökonomischem druck vernachlässigt. das architektenduo flöckner und schnöll zeigt mit seiner arbeit, dass dies nicht so sein muss, zumal der quadratmeterpreis des hauses, dessen namen seinen standpunkt im koordinatensystem bezeichnet, mit 1.720 euro nicht allzu exorbitant scheint. der kompliziert wirkende name ist mehr als nur eine reihe von zeichen: er zeugt von auseinandersetzung mit dem phänomen architektur auf einer anderen als der rein baulich-praktischen ebene. ein haus, eine immobilie bedarf des vielfachen bezugs zu dem ort, an dem es errichtet wird. landschaft, aussicht, wetter, sonnenlauf, anbindung und vieles mehr spielt eine bedeutende rolle in der konstruktion und in der optik des hauses.

    strukturelle vernetzung
    im falle des hauses 47°40'48"n/13°8'12"e beginnt die vernetzung der infrastruktur mit der außenwelt bereits im haus. die straße beginnt darin ebenso wie die anbindung an das kommunikationsnetz. so beliebig gewählt auch der ort sein mag, so zielgenau und präzise passt sich das haus dem einmal gewählten ort an. dies geschieht in einem übergang von innen nach außen, der keine grenzlinie zeigt. das hausinnere gehört so zum umland wie das haus selbst. das umland reicht bis ins hauszentrum. erzeugt wird diese wirkungsweise durch den einsatz weitläufiger fenster und glatter flächen, wodurch die transparenz erhöht und teilweise bis zur unsichtbarkeit einer trennwand zum außen hin gesteigert wird.
    das gebäude besteht aus neun holzmodulen, die geometrisch ident sind, und deren beziehungen flexibel sind. dadurch hat das haus die freiheit der veränderung nicht nur im raum, sondern auch auf der zeitachse. die anpassung an neue lebensumstände wird möglich, das haus bewegt sich durch die lebenszeit, es bleibt erweiterbar und in verschiedenen weisen zusammenfügbar.

    flexibel in der praxis
    dass diese flexibilität aber nicht aufgesetzt und angestrengt theoretisch wirkt, verdankt sich der ausstattung und den wohldurchdachten durchbrüchen und wegen. es spiegelt ein natürliches wachstum wider, das nicht einfach erfunden, gezeichnet und verwirklicht wurde, sondern das einer genauen analyse der bedürfnisse der bauherrn rechnung trägt. kurzum, die architekten haben bewerkstelligt, dass man sich über architektur wieder einmal gedanken abseits der ökonomie machen kann, und haben eine umsetzung realisiert, die am neuesten stand der klimatechnologie und des umweltschutzes ist und dennoch die finanzielle seite des bauens nicht unbeachtet lässt. wie sich das praktische alltägliche leben darin gestaltet, wie flexibel und anpassungsfähig das modell ist, kann sich nur mit der zeit wirklich beweisen. es steht aber jetzt schon fest, dass architektur ihre freiheit ebenso wie jede andere kunst zu suchen hat, und dass dabei immer wieder werke entstehen, die zu mehr als nur zum wohnen anlass geben.


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