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kinder- und jugendhort taxham, salzburg

    lebhaft unter der holzhaube
    norbert mayr / rondo spezial / der standard / 20.11.2002

    architektur kann fördern: die jugendlichen fühlen sich wohl im kinder- und jugendhort von salzburg/taxham. sie haben die neuen räume und nischen in besitz genommen.
    architektur kann fordern: die räumliche grosszügigkeit der haupthalle wurde zur herausforderung für die pädagogen. sie veränderten ihr gewohntes konzept und öffneten die gruppen. in der haupthalle ist nun gruppenübergreifendes arbeiten und spielen möglich. das bietet den kindern ein breites spektrum an kontakten und erfahrungen.
    maria flöckner und hermann schnöll wollten einen „sozialen und aktivitätengenerierenden ort“ schaffen – für die jugendlichen und die nachbarschaft. ihre mutige entscheidung, den ort gegen die vorgaben der ausschreibung als leichte „holzhaube“ auf die bestehende turnhalle der volks- und hauptschule zu setzen, brachte 1998 den sieg in einem bauträgerwettbewerb. die bauphysikalisch und ökologisch hochwertige aufstockung belastet den bestand nur unwesentlich. der pausenhof konnte frei bleiben und erhielt unter den auskragungen des holzkörpers regengeschützte bereiche. auf den neu gegliederten flächen gedeiht nun ein hain mit duftenden sträuchern und essbaren früchten. treppen öffnen den hof zum wohnquartier, zum pfarrzentrum und zu freizeiträumen.
    der grosse holzkorpus gleicht einem mit plateaus und boxen möblierten, riesigen dachboden. die unterschiedlichen räume und ebenen sind durch rampen und kurze treppen verbunden. alle raumteile kommunizieren miteinander, erhalten direktes oder indirektes licht von verschiedenen seiten und können bei bedarf zu grösseren einheiten verbunden oder in nischen separiert werden.
    sichtbeziehungen nach aussen und tagesbelichtung werden durch oberlichte und gläserne innenwände unterstützt, sodass auch im zentrum des volumens keine dunkelzonen entstehen. das seidenmatte birkensperrholz prägt den gesamten innenraum. die einzelnen gruppenräume vermitteln wohnatmosphäre, sind jeweils angepasst an die altersstruktur der kinder. für die ältesten, die zehn- bis vierzehnjährigen, gibt es einen eigenen, turmartigen abschnitt, eine folge von acht höhenversetzten holzpodesten, die als offene spirale bis unters dach hinaufsteigen.
    die vorgefertigten, hochgedämmten holzelemente sind aussen mit lärchen-dreischichtplatten verkleidet, wasser- und kochfest verleimt, chemisch unbehandelt. mit dem dachaufbau wurde zugleich die thermisch desolate turnhalle saniert, wobei der hort nun als nullsumme in der energiebilanz aufscheint. denn durch die gute dämmung und die kontrollierte lüftung im winter entspricht der energiebedarf des horts dem vorher gegebenen wärmeverlust der turnhalle.


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