{"id":3005,"date":"2001-09-01T10:00:00","date_gmt":"2001-09-01T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/floecknerschnoell.com\/wp\/?page_id=3005"},"modified":"2023-09-20T23:34:28","modified_gmt":"2023-09-20T21:34:28","slug":"architekturlandschaften-stadtteiltherapien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/floecknerschnoell.com\/wp\/rezeption\/architekturlandschaften-stadtteiltherapien\/","title":{"rendered":"architekturlandschaften + stadtteiltherapien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von: norbert mayr \/ architektur aktuell \/ 9\/2001 \/ auszug<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">das erscheinungsbild der nachkriegssiedlung \u201etaxham\u201c im westen der stadt salzburg ist von steilen walmd\u00e4chern gepr\u00e4gt. kaum energie wurde in die schaffung eines attraktiven stadtteilzentrums oder die rechtzeitige errichtung der schulen gelegt. r\u00e4umliche qualit\u00e4t und eine intelligente strategie standen jedoch im mittelpunkt der nunmehrigen erweiterung des schulkomplexes um einen kinder- und jugendhort. die salzburger architekten maria fl\u00f6ckner und hermann schn\u00f6ll setzten bei ihrem erstlingswerk eine markante \u201eholzhaube\u201c auf den sporthallentrakt, werteten den schulhof auf, statt ihn zuzubauen und verbanden grossz\u00fcgige r\u00e4umlichkeiten, \u00f6kologischen anspruch und geforderte wirtschaftlichkeit miteinander. die verkn\u00fcpfung mit der \u00f6ffentlichkeit rund um das haus steht am beginn einer noch zu intensivierenden freir\u00e4umlichen aufwertung taxhams.<\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">der realisierung des sechsgruppigen kinder- und jugendhortes taxham ging ein bautr\u00e4gerwettbewerb voraus. das billigstbieterprinzip war vom gemeinderat beschlossen worden. hochbauamt, baudirektion und christine und horst lechner als berater des auslobers entwickelten ein prozedere, bei dem die kostengarantie nicht im zentrum der projektfindung stand, aber eine obergrenze formuliert wurde. \u00f6kologie, die ber\u00fccksichtigung von folgekosten sowie st\u00e4dtebaulich-architektonische qualit\u00e4t waren wesentlich. am vorgeschalteten auswahlverfahren bewarben sich 40 bautr\u00e4ger-architekten-teams mit fachleuten aus den bereichen energietechnik, umweltanalytik, bautechnik und kinderp\u00e4dagogik.<br>die architekten fl\u00f6ckner und schn\u00f6ll mit dem bautr\u00e4ger immorent \u00fcberwanden gemeinsam mit engagierten sonderfachleuten, den energieplanern gmi-ingenieure, dem kaufmann holzbauwerk sowie der p\u00e4dagogin irmgard wallner diese h\u00fcrde, setzten sich beim anschliessenden wettbewerb durch und konnten ihre ideen ohne gravierende abstriche umsetzen.<br>der hort sitzt als leichte \u201eholzhaube\u201c auf dem bestehenden sporthallentrakt der volks- und hauptschule. im besten sinne \u201e\u00f6konomisch\u201c spielte diese intelligente entscheidung den kostbaren schulhof frei, statt ihn \u2013 wie die meisten l\u00f6sungsvorschl\u00e4ge beim wettbewerbsverfahren \u2013 zu verbauen. der spiel- und pausenhof wurde neu gegliedert, ein kleiner hain mit duftenden str\u00e4uchern und essbaren fr\u00fcchten gepflanzt. als kommunikative formen verstehen die architekten die auskragungen, unter denen sich regengesch\u00fctzte bereiche befinden. sie sind teil der unverwechselbaren pr\u00e4gnanz des in holztafel-bauweise errichteten bauk\u00f6rpers mit seinen eigenwilligen umst\u00fclpungen, faltungen und klappungen.<br>dieses gebilde als durchdachte vernetzung von innen-, frei- und \u00f6ffentlichen r\u00e4umen k\u00f6nnte ein nukleus werden, um den ganzen schulbezirk besser erreichbar zu machen. verbindungstreppen \u00f6ffnen den hof richtung wohnquartier, pfarrzentrum und zu den freizeitr\u00e4umen. der \u00fcbergang \u00fcber das geb\u00e4ude ist allerdings oft versperrt.<br>auch f\u00fcr das intelligente energiekonzept bildet die einhausung des sporthallentrakts, die zudem optimale belichtungsverh\u00e4ltnisse erm\u00f6glicht, eine wichtige voraussetzung. durch massnahmen wie hohe w\u00e4rmed\u00e4mmung und kontrollierte rauml\u00fcftung im winter ist der zus\u00e4tzliche fremdenergiebedarf des horts ann\u00e4hernd null, entpricht er doch dem ehemaligen w\u00e4rmeverlust der darunter liegenden sporthallen.<br>dem prim\u00e4ren entwurfsthema, der \u201ehaube\u201c als w\u00e4rmende umh\u00fcllung des inhalts, entspricht auch die organisation des inneren mit der offenen halle und grossz\u00fcgiger raumfolge. aufgeklappte dachfl\u00e4chen tragen zur differenzierten lichtregie bei. die halle h\u00e4lt den kindern und jugendlichen eine vielfalt an bewegungsm\u00f6glichkeiten, ausweichwegen und r\u00fcckzugsbereichen (nischen, matratzenlager u.\u00e4.) bereit. hinter transluzenten glasw\u00e4nden finden sich sanit\u00e4rbereiche, werkraum, garderobe etc. der speiseraum ist teil der hohen halle und dem bewegungsraum benachbart, nur durch eine glaswand getrennt. warme, zur\u00fcckgenommene farbt\u00f6ne \u2013 es dominiert ocker \u2013 sind mit holzwand und decke aus birkensperrholz abgestimmt. die ruhigen und lichten sechs gruppenr\u00e4ume sind an die altersstruktur der kinder angepasst. jene f\u00fcr die sechs- bis zehnj\u00e4hrigen sind durch eine verschiebbare abstellbox \u00e4hnlich einer wohnung gegliedert und k\u00f6nnen als grosser einraum verwendet werden. eine andere gruppe erhielt eine spielh\u00f6hle. der altersgruppe der zehn- bis vierzehnj\u00e4hrigen wird ein raumkontinuum im turmf\u00f6rmigen bauteil angeboten, eine abfolge von neun h\u00f6henversetzten podesten mit verschiedenen nutzungen (haus\u00fcbungen, fernsehen, \u201elabor\u201c, kleingruppen).<br>hat sich die hortleiterin auch entschlossen, dieses \u201eraumlabor\u201c durch eine gl\u00e4serne trennwand in zwei gruppen zu teilen, so nutzt sie dennoch die grossz\u00fcgigkeit der haupthalle: zu deren optimalen einbeziehung wurde das p\u00e4dagogische arbeitskonzept neu \u00fcberdacht und eine \u00f6ffnung der gruppen eingeleitet. in weiterer folge soll gruppen\u00fcbergreifendes arbeiten und spielen m\u00f6glich werden, was den kindern ein breiteres spektrum an kontakten und erfahrungen bietet.<br>der kinder- und jugendhort taxham hat gemeinsam mit architekt max rieders kindergarten in aigen den landesarchitekturpreis 2000 gewonnen. die zu sp\u00fcrende, gelungene inbesitznahme durch die jugendlichen l\u00f6ste den anspruch des architektenduos ein, einen \u201esozialen und aktivit\u00e4tengenerierenden ort\u201c zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: norbert mayr \/ architektur aktuell \/ 9\/2001 \/ auszug das erscheinungsbild der nachkriegssiedlung \u201etaxham\u201c im westen der stadt salzburg ist von steilen walmd\u00e4chern gepr\u00e4gt. kaum energie wurde in die schaffung eines attraktiven stadtteilzentrums oder die rechtzeitige errichtung der schulen gelegt. r\u00e4umliche qualit\u00e4t und eine intelligente 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