Zum Inhalt springen

bloch – ortserweiterung werfenweng

bloch – ortserweiterung werfenweng-zentrum // 97 / 1. preis / m. t. forsthuber u. g. zich / auslober: gemeinde werfenweng / a-5453 werfenweng/pg.


inhaltlicher ausgangspunkt des entwurfes war es, eine integrative wohn- und siedlungsstruktur in räumlicher vernetzung zu ort und landschaft zu entwickeln. die unverwechselbarkeit einer landschaft und eines ortes soll in eine eigenständige, zeitgemässe ortserweiterung führen. das wohnen der örtlichen bevölkerung kann sich nicht an die gängige tourismusarchitektur, bzw. die tourismusarchitektur kann sich nicht an die örtliche bebauungsstruktur anpassen. beide wohnformen sollten maximale wohnqualität in wechselbeziehung zur landschaft beinhalten.

landschaft

werfenweng
… ist im vergleich zu vielen anderen tourismus-regionen (z.b. zell am see – saalfelden) in seiner entwicklung noch in der glücklichen lage aus den fehlern anderer regionen zu lernen. der tourismusfachmann jakob edinger macht die verstädterung und den verlust des charmes von ferienorten hauptverantwortlich für den rückgang des tourismus. sämtliche gegenwärtigen österreichischen tourismusleitkonzepte fordern baukonzepte im dialog mit dem landschaftsraum. die grenzen des baulichen wachstums sind im landschaftsraum vorgegeben.

die landschaftlichen besonderheiten
… im gebirgstal von werfenweng sind die talwiesen mit den eingebetteten weilern und ihren obstbaumkulturen, die bachläufe und ihre begleitenden baumlinien, die unterschiedlichen dichten und rhythmisierungen von offenen, linearen oder flächigen kulturlandschaftselementen (felder, wälder, hänge…). die räumliche strömung dertäler, ihre entwässerung, die bewegung und räumliche fassung der bergzüge und die topographie sind die leitbider für die neu zu planenden baustrukturen. die wechselbeziehung von weiträumiger landschaft und unmittelbarer wohnungsnahen freirämen sind neben der unmittelbaren, baukörpernahen topographie die wichtigsten wechselbezüge der neuen wohnformen. der landschaftsraum soll nicht in unlesbare, kleinteilige resträume zerlegt werden, sondern landschaftlich definiert durch die neue siedlungstruktur strömen. der einklang der neuen bebauung mit den vorhandenen landschaftselementen ist der wesentliche entwurfsgedanke. die beziehungen der baukörper unterliegen nicht einem willkürakt oder einem aufgestülpten raster, sondernden kriterien der landschaft, des ortes, der belichtung und der blick- und raumbeziehungen.


bauen

ein noch intakter landschaftsraum
… , der nicht auf massentourismus ausgelegt ist, kann eine eigene identität durch ein selbstbewusstes, eigenständiges image aufbauen. holz ist seit jahrhunderten ein werkstoff mit unterschiedlichsten anwendungsbereichen und im einklang mit den ökologischen resourcen. eine holzarchitektur ermöglicht eine hohe wohnflexibilität, wie auch wirtschaflichkeit durch vorfertigung und kurze bauzeiten. der baustoff holz kann zu vorhandenen, gewachsenen baustrukturen bezüge aufbauen und fasst integrativ die neuen baustrukturen – unabhängig ob private wohnung oder hotelbetrieb – zusammen. wesentlich erscheint uns für den entwurf eines bebauungskonzeptes der gesichtspunkt von unterschiedlichen bauetappen und die möglichkeit, dass nur teile der bebauung realisiert werden. die einzelnen bauetappen, wie auch der torso sind in jeder stufe umsetzungsrealität und müssen sich in jedem fall auch als fragment als schlüssiges konzept behaupten können.

eine umfahrungsstrasse
… , die das dorf vom bachraum abschnürt und den unmittelbaren dialog des wohnens mit diesem besonderen landschaftsraum in frage stellt, erscheint uns nicht sinnvoll. die einzig notwendige aufschliessungsstrasse für hotel- und wohnbebauung benötigt keine weiteren aufschliesungsstrassen und sackgassen. die aufschliessungsstrasse ist für geringfügige verkehrsbelastung von ortsumfahrungen ausreichend. der ruhende verkehr wird teils unter aufgeständerten baukörpern, teils unter flugdächern verteilt.

das wohnkonzept
das erdgeschoss der aufgeständerten baukörper ist die „pfuscherebene“; ein öffentlicher raum mit einer zweispännererschliessung und speichern – als kellerersatz, als gedeckter freiraum für gemeinschaftliche wie auch individuelle aktivitäten und als gedeckte spielfläche für kinder bei schlechtwetter. diese soziale ebene unterliegt weiters dem wachstum der wohnung nach unten und nicht in den dachraum. einliegerwohnungen für familienmitglieder(alleinstehende, alte menschen) können in die vorhandene holzprimärstruktur nachträglich eingebaut werden. die privaten wohnungen sind entweder als maisonetten oder geschosswohnungen (zweispännertypus)vorgesehen. die individualräume liegen im 1. obergeschoss, die wohnraüme sind zum durchwohnen(blickbeziehung in die landschaft) im 2. obergeschoss vorgesehen. die in holzleichtbau gedachten wohnungen sind nordost-südwest ausgerichtet und sind als passivhäuser mit einem energieverbrauch von 100 liter heizöl jahresheizbedarf pro 4-zimmer-wohnung um die selben baukosten wie jeder übliche massivbau herstellbar.

das hotelkonzept
zwei unterschiedliche hotelkonzepte sind in unterschiedlichster weise nutzbar und auf der anderen seite auf spezifische nutzer ausgerichtet. das kleinteilige ortsnahe hotel liegt in einem obstgarten und ist in erster linie auf familienurlaub und seminarbetrieb ausgelegt. ein gemeinschaftshaus birgt die gastronomischen einrichtungen, seminarräume und gemeinschaftsräume wie spielraum für kinder oder sauna. das zweite hotel ist eher als penthousebetrieb anzusehen und richtet sich eher an (ältere) ehepaare oder singles.
wichtig erscheint uns die möglichkeit einer umnutzung des hotelbetriebes nötigenfalls in eine wohnnutzung. der holzbau ermöglicht auf sehr einfache weise die zusammenlegung zweier hotelzimmer zu einer 2-zimmer-wohnung, bzw. die zusammenlegung von 4 einheiten zu 4- bis 5-zimmer-wohnungen.