00 // typus wohnen – 2 wohnbauwettbewerbe // schwarzparkstrasse / 44 we / auslober: salzburger siedlungswerk // julius-welser-strasse / m. paul schweizer / 82 we / auslober: myslik und heimat österreich / a-5020 salzburg.

der gesamte siedlungskörper ist seriell-additiv aufgebaut.
was für den siedlungskörper im ganzen gilt, gilt auch für die wohneinheit im einzelnen (raummodul).


die stadtentwicklung fordert eine erhöhte flexibilität und erweiterbarkeit von wohneinheiten (z.b. als büroeinheit oder für alte menschen, jugendliche etc. nutzbar). darauf und auf das salzburger raumordnungsgesetz aufbauend wurde ein flexibler typus (raummodul) entwickelt, der die vor genannten ziele innerhalb der gesetzlichen rahmenbedingungen erfüllt.
die flexibilität und erweiterbarkeit der wohneinheiten ist einerseits durch struktur und lage zueinander, andererseits durch die potentielle verdichtung innerhalb der wohneinheit (raummodul) gegeben. die innere verdichtung erfolgt provisorisch, d.h. die jeweilige wohneinheit behält ihre baubewilligte widmung und grösse. da der bauplatz mit einer gfz (geschossflächenzahl) von 0,9 gewidmet ist, sollte von der stadt der spielraum von 0,1 genutzt werden, um die o.a. ziele zu fördern und zu steuern.
baukosten-umverteilung
das raummodul ist der räumliche rahmen für alle wohneinheiten und kann in abgestuften ausbauvarianten (typ 0 bis typ 4) angeboten werden. durch den unterschiedlichen ausbaugrad bei gleichbleibendem volumen ergeben sich der sozialen sinnhaftigkeit entsprechend gestufte baukosten je m2 nutzfläche (angabe in % der durchschnittlichen baukosten, grundlage ist ein üblicher wohnungsschlüssel):
typ 0 / grundeinheit / 2-zimmer-we mit rh=5,30m / ca. 110 %
typ 2 / ausbaueinheit / 2-zimmer-we mit rh=2,50m / ca. 90 %
typ 3 / ausbaueinheit / 3-zimmer-we mit rh=2,50-5,30m / ca. 100 %
typ 4 / ausbaueinheit / 4-zimmer-we mit rh=2,50 / ca. 80 %

raummodul / nutzungsvarianten


energiekonzept
text: e-plus planungsteam, egg
ziel:
nachhaltiger, höchster wohnkomfort und thermische behaglichkeit bei gleichzeitig niedrigsten betriebskosten
durch:
dezentrale wohnraumlüftung (staubfreie raumluft) mit kleinstwärmepumpe und erdwärmetauscher; solaranlage zur brauchwassererwärmung
der entwurf (kompaktheit und orientierung), wand- und fensteraufbauten und die angestrebte dichtigkeit der außenhülle führen zu einem gebäude im passivhausstandard, das vollständig über die ohnehin erforderliche lüftungsanlage beheizbar ist.
jede wohneinheit erhält ein eigenes wohnungslüftungsgerät und jedem wohnhaus (4-16 einheiten) ist ein gemeinsamer erdwärmetauscher zur luftvorwärmung vorgeschaltet, womit bereits ca. 35% der lüftungswärmeverluste über im erdreich gespeicherte sonnenenergie eingespart werden.
die maximal erforderliche heizlast für eine ca. 110m2 große wohnung (energiebezugsfläche) beträgt ca. 1.5kw bis 1.7kw und ist daher vollständig durch die kleinstwärmepumpe im lüftungsgerät mit 1,8kw leistung aufzubringen.
die maximale zulufttemperatur erreicht dabei an den kältesten tagen max. 45°c und der luftwechsel entspricht lediglich dem hygienisch notwendigen.
in der sanitärzone „bad“, das als reiner abluftraum keine zuluft erhalten kann, muss eine kleine elektrische zusatzheizung von 0,3 kw bzw. 0,5 kw installiert werden, da der raum sonst auf minimal 17 bis 18°c absinken kann. somit besteht auch die option der kurzzeitigen temperierung auf 24°c.
der dadurch verursachte wärmebedarf durch direktstrom beträgt weniger als 2 bis 3% des gesamtwärmebedarfs.
für die brauchwassererwärmung sorgt eine solaranlage mit ca. 5 bis 7m2 pro wohneinheit und einem speicher von ca. 400 liter/wohneinheit. zusätzlich übernimmt das lüftungs-kompaktgerät noch einen teil der brauchwassererwärmung. wenn keine raumwärme benötigt wird, steht die wärmepumpe für das brauchwasser zur verfügung
bei einem 4-personenhaushalt ist so ein solarer deckungsgrad von 50% erreichbar. ein elektrischer zusatzwärmebedarf für die warmwasserbereitung wird durch nachtstrom abgedeckt und liegt unter 20%.
komponenten passivhaus:
speicher: 400 liter (ww-boiler)
solarkollektoren (normale deckung): 5 bis 7 m2 (dach solarium)
wärmeerzeuger: kleinstwärmepumpe 1,8kw
zusatzheizung – elektrisch: sanitärbereich bad ca. 0,5kw (fb-heizung)
warmwasser durch nachtstrom max. 20%
wärmeverteilung: zuluftrohrnetz
wärmeabgabe: zuluftauslässe
lüftungsanlage: mit erdwärmetauscher und effizienter wärmerückgewinnung
kamin: nicht erforderlich



