15 // erneuerung integratio // grosses entwerfen / ws 14/15 / gastprofessur / institut für hochbau und entwerfen / tu wien.
die welt ist in bewegung. menschen verlassen gezwungenermassen ihren lebensraum und lassen sich auf neue lebensräume ein. pluralismus, kulturelle kontexte oder die prinzipielle offenheit für menschliche lebenserfahrungen können anlass sein, sozialen spielraum (gesellschaftlich und räumlich konkret) zu denken, der geeignet ist, gesellschaftliche potentiale zu nutzen:
ausweitung der gesellschaftseigenen möglichkeiten durch mehr sozialen raum, aber auch entwicklung von selbstbefähigung zur stärkung von selbstbestimmung neuer mitmenschen.

wie gastlich ist ein land, eine strasse, ein haus? sind wir bereit, hochwertigen lebensraum dieser gesellschaftlichen aufgabe zu widmen? die entwurfsprojekte sollen exemplarisch in diesem sinn die zone über dem obersten geschoss innerstädtischer strassenzüge neu entwickeln. eine spezifische bautypologie ist zu entwickeln, strategien flexibler raumorganisation für wohnformen samt gemeinschaftlicher bis öffentlicher einrichtung sind in das gesamtkonzept zu integrieren. die kommunikativen aspekte zwischen strasse, haus und „sozialem luftraum“ über der stadt sollen identitätsstiftend wirksam werden.

der inzwischen wertvoll gewordene raum „über der stadt“ soll im rahmen dieses entwerfens anders gedacht werden. den kräften der privaten besiedelungsökonomie soll hier die kraft einer gemeinschaftlichen ökonomie gegenüber gestellt werden.
integrative, multikulturelle wohnmodelle (ca. 2000m2):
ausgegangen wird von wohngemeinschaften mit einer bewohnermischung aus asylsuchenden, migranten, studenten, kurzzeitwohnen.
es sind spezifische wohnmodelle zu entwickleln, welche die bedürfnisse der einzelnen bewohnertypen erfüllen, gleichzeitig aber synergien und wissenstransfer zwischen allen bewohnern, im weiteren sinne auch mit den bewohnern des bestandes bis zur stadtebene ermöglichen.
gemeinschaftliche bereiche (gesamt ca. 1000m2):
verbindender freiraum (innen/aussen) zwischen bestehender hausgemeinschaft und neuen hausgästen (an jeder stiege).
für den freiraum, bzw. für einzelne teilbereiche davon, sind entsprechend ihrer spezifischen anbindung sinnvoll unterstützende nutzungen zu finden und auszuformulieren.



zwischenpräsentation in der baustelle magdas hotel. führung und gastkritik durch johanna aufner (projektleiterin alleswirdgut), caritas und schon wohnende, unbegleitete jugendliche flüchtlinge (umfs).
prozesse der sozialen integration
projekt: diana michiu-dinescu
alteingesessene und migranten in einer wohnanlage vereinen. damit sollen ungezwungene interkulturelle begegnungen ermöglicht und integration gefördert werden. der abbau sozialer segregation und förderung der sozialen durchmischung ist nötig. die irritation durch kulturelle distanz soll verschwinden und durch eine normalität des alltags ersetzt werden.

von anfang an war der sensible umgang mit der substanz ein zentrales thema. wenn eine radikale städtebauliche intervention den bestand unberührt ließ, dafür aber größere wesentliche probleme aufbrachte (belichtung, höhenlage, statik, unverwerteter kostbarer zwischenraum), wurde hier ein sukzessives verweben der neuen baukörper mit den alten volumina ausgewählt. konzipiert wird eher ein prozess, der ähnlich wie der sozialen integration, schrittweise passieren muss. diese sanftere interventionen belasten die besehende struktur weniger (holzbau, weniger hoch), können auch zu einer besseren akzeptanz an der seite der anrainer führen. die bestehenden dachstühle werden zum großteil genützt und werden durch neue strukturen ergänzt um ein zusammenhängendes raumgefüge zu ergeben. die soziale komponente wächst mit den bau gleichzeitig.

das ziel dieses sukzessiven zusammenfügen der dachstühle ist ein raum zu bilden, der ununterbrochen zu durchschreiten ist. es entstehen zwei verschiedene raumfolgen – eine private für die bewohner (außerhalb der wohnräumen, durch die anreihnung der gemeinschaftsräumen und erschließungszonen ergeben) und eine öffentliche für jeden besucher (diese fängt bei den hauptstiegen an und besteht aus einer abfolge von veranstaltungs- und ausstellungsräumen und freiräume wie die dachterrassen und der wintergarten). die öffentlichen zonen dienen also als schnittstellen zwischen den bewohner und die besucher um ungezwungene begegnungen zu gewährleisten. zusätzlich gibt es auch kleinere private rückzugsräume (neben den eigenen zimmern gibt es auch kleine intime terrassen oder unterschiedliche konfigurationen der gemeinschaftsräumen).

soziales konzept:
inländer und ausländer, erwachsene und jugendliche aus österreich, ägypten, afghanistan, bangladesh, bosnien, bulgarien, china, deutschland, frankreich, indien, iran, irak, mazedonien, montenegro, pakistan, polen, rumänien, serbien, slowakei, syrien, türkei, tschechien, ungarn, afrika – alle sollen hier miteinander leben. da kurzzeitwohnen gefordert wird, ähnelt das raumprogramm einem studentenheim. studenten, migranten, asylwerber und asylberechtigte werden in einzel-, doppel- oder dreierzimmer oder in den wohnungen unterkunft finden. dazu auch zwei besodere bewohner: künstler. durch ein „artists in residence“ programm sollten künstler eingeladen werden. durch die gemeinsame teilhabe an ereignissen sollte die integration weniger reibungslos funktionieren und es bietet ein aussagekräftiges plattform für gespräche.

sport verbindet!
projekt: nahir günel und julien massotte
unter integration (von lat. integrare, ‚erneuern‘) ist unter anderem das einbeziehen von menschen, gruppen, völkern, akteuren etc. zu verstehen, welche bisher aus den verschiedensten gründen ausgeschlossen waren.

in unserem entwurf „sport verbindet!“ geschieht dieser prozess unter anderem mit einer besonderen anordnung von 6er und 4er wohngemeinschaften für studenten und (paar, 2+1, 2+2) wohnungen für immigranten zueinander. über den dachböden der bestehenden wohnbauten erstrecken sich somit auf einer ebene verschiedene wohneinheiten für studenten und immigranten. zwischen diesen einheiten bilden sich halb-öffentliche freiräume, welche von den direkt anliegenden bewohnern individuell, aber auch gemeinsam genutzt werden können.

im darüber liegenden geschoss be nden sich insgesamt drei gemeinschaftsbereiche, welche die jeweils direkt darunter liegenden wohnungen zusammenfassen, und somit einen treffpunkt für die bewohner bilden. diese gemeinschaftsbereiche sind in erster linie als große wohnküchen zu sehen und ermöglichen sowohl einen zugang als auch die nutzungsmöglichkeit für alle bewohner. die anordnung der gemeinschaftsberei- che über den wohneinheiten ist bewusst so gewählt. diesen bereichen soll dadurch mehr wertschätzung und qualität geschenkt werden.

das hauptthema für die unterstützende integration auf diesem bauplatz bildet jedoch der sport!
tennis für kleinkinder, fußball, volleyball, judo, squash, baskettball für rollstuhlfahrer sind die aktivitäten, die soziale strukturen stärken und den weg für neue freundschaften öffnen sollen. die hallen, welche im vergleich zu den wohneinheiten eine größere raumhöhe benötigen sind auf niedrigeren wohnhäusern plat- ziert um einen höhenausgleich mit den neu geschaffenen wohnungen zu erzielen, damit ein übermäßiges herausragen der hallen vermieden werden kann. dies kommt natürlich auch dem gesamtbild der umgebung entgegen.

des weiteren be ndet sich über den wohneinheiten und somit auf der ebene der gemeinschaftsbereiche eine geschlossene laufbahn, welche die sporthallen und gemeinschaftsbereiche sowohl passieren als auch durchbrechen. diese verbindungspunkte der laufbahn zu den verschiedenen sporträumen sollen zum ge- meinsamen beobachten, anfeuern etc. anregen. aufgrund der vorhin erwähnten raumhöhen der sporthallen erstreckt sich die laufbahn im oberen teil der hallen. dadurch bekommt der beobachter die möglichkeit seinen blick von oben nach unten zu richten. diese idee hat sich im laufe der konzeptentwicklung anhand der referenz zu stadionbauten ergeben. durch ein breiter werden der laufbahn an bestimmten stellen wird signalisiert, dass eine beobachtungszone erreicht wurde und man von diesem punkt aus eine sportart verfolgen kann. die verwendung der sporträume ist sowohl für bestehende als auch für neue bewohner angedacht.
der allseits bekannte ausdruck „sport verbindet“ soll mit diesem entwurf einen neuen wert bekommen und seinen teil für eine gelungene integration leisten.

hauskrone und zeltstadt
projekt: veronika buxbaum und magdalena greszta

CMYK – werkhalle und wohngemeinschaft
projekt: birgit miksch und han-kyol kim

öffentlichkeit auf hohem niveau
projekt: theresa kloibhofer und silvia stefanova

the social network
projekt: birgit winischhofer, dominik gehmaier und bernhard matulik

ausbildungszentrum
projekt: izabela kutyla und matthias krassnitzer

siedlungstopographie
projekt: lisa wallner

dachgartenstadt
projekt: hannes ritzinger und johannes wesenauer

lichthofgärten
projekt: klaudia glusiak, yoanna pometkova und tamer el sherbini

hausgewächshaus
projekt: schuschan maria bahar und nicole beatrice seckar

wohnen und arbeiten
projekt: gabriele martinz und ghazal shahidi

the qr project
projekt: samy ben hamida
