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wohnen am alterbach

10 // wohnen am alterbach // 26 we / gutachterverfahren / 2. rang / auslober: myslik wohnbau / a-5020 salzburg.



WOHNEN IM RAUM – vertikale gärten, landschaftlicher bezug, im übergang

an der topographischen engstelle zwischen plainberg (alter einzelhausbestand) und dem erhöhten siedlungsplateau der goethesiedlung (grosstruktur der 70er jahre) mündet das grünraumband des alterbaches in eine parkartige erweiterung mit altem baumbestand. hier quert die vielbefahrene stadteinfahrt den alterbach und die struktur wechselt in ein heterogenes gebiet unterschiedlicher einzelobjekte mit verschiedener nutzung.

das hybrid eines achtgeschossigen baukörpers mit vertikalen gärten über dem durchfliessenden grün lässt den raum als parkraum zur stadteinfahrt hin bestehen. es ist einerseits körperhaft wie die nahe goethesiedlung, gleichzeitig auch ein „gartenkörper“ wie der hausbestand am fuss des plainberges – jedoch in der vertikalen. dadurch ist der landschaftsraum, sowie die ausrichtungen nach der sonne (westen, park) und ruhe (osten, gaisberg) für alle wohnungen möglich und erlebbar.

wohnen im raum meint damit sowohl den bezug im freiraum, als auch das wohnen innerhalb des gebauten körpers, beziehungsweise innerhalb der wohnungsstruktur.



aus dem jurytext:
laut einhelliger auffassung der jury ist den verfassern ein sehr innovatives projekt gelungen, das neue wohnmöglichkeiten generiert und diese in der struktur bzw. dem erscheinungsbild der architektur klar zum ausdruck bringt. das exemplarische ‚wohnregal’, ost-west orientiert, in entsprechendem abstand zur lauten bergheimerstraße situiert, bezieht sich auf den gesamten grünzug alterbach und vermeidet somit eine konfliktbeziehung zur goethe-siedlung bzw. zur kleinteiligen einfamilienhaus-struktur im norden. neue wohnformen in einem übergeordneten architektonischen maßstab verweisen in die zukunft. die natürlichen gegebenheiten entlang des baches bleiben fast unberührt und kontrastieren zum schlanken skulpturalen baukörper.
gewürdigt wird besonders das kombinieren mehrer individueller wohnungstypologien, vertikal so gestapelt, dass eine dreigeteilte strukturierung entsteht, die auf die qualitäten des umraums reagiert. so entstehen, vorerst noch neutrale, dienende räume – zwischen den einzelnen wohnungen, unter einem gesamtvolumen – als verbindende / trennende elemente, die in ihrer nutzung flexibel, von den bewohnern adaptierbar wären. der wettbewerbsbeitrag stößt jedoch auf pragmatische probleme im hinblick auf eine baldige realisierung. laut direkt eingeholter rechtsauskunft bei der stadtplanungsbehörde ist ein abstand von 4 metern zum bachufer gefordert. weiters würde die vorgeschlagene bauhöhe (~33,50m) zu erheblichen verzögerungen beim genehmigungsverfahren führen, weil das gebäude unter die hochhausbestimmungen fällt. die damit verbundene baulich konstruktive ausformulierung wirkt außerdem auf die nun zu erwartenden hohen baukosten. für die jury sind die angeführten einwände doch so schwerwiegend, dass sie keine möglichkeit einer zeitnahen realisierung in dieser speziellen situation sieht.
die jury empfiehlt daher dem auslober / der kommune spezifische wettbewerbe unter solchen rahmenbedingungen auszuloben, die zukunftsträchtige wohnformen erlauben, ja sogar initiieren.

jury: elke delugan-meissl (vorsitz), michael hofstätter, gabriele kiefer, eva pötzelsberger, johann myslik