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neue volksschule hallwang

die schule folgt der natürlichen topographie entlang der leicht ansteigenden dorfstrasse, der „WIESE AM HANG“. die klassenpaare_gruppen stufen sich vom dorf her gleichmässig noch oben, die gemeinsame halle steigt fast unmerklich als leicht geneigtes feld … | 3. preis


haldinwanc (ahd. halda, abhang, bedeutet „WIESE AM HANG“) der begriff der „herstellung eines freien feldes“, die „urbarmachung von landschaft“ ist in der wortsilbe „wang“ zu finden.

die entstehung der landschaft um hallwang geht auf die letzte eiszeit zurück, als einer der 5 zweige des salzachgletschers über dieses gebiet floss.
die lichten buchenmischwälder auf den eiszeitlichen schotterfluren boten schon immer günstige bedingungen für die menschliche besiedelung, die bereits in vorgeschichtlicher zeit begonnen hat.
seit jeher beziehen sich die umliegenden weiler hallwangs auf diesen zentralen ort.


kraftwerk schule

die schule folgt
der natürlichen topographie
entlang der leicht steigenden dorfstrasse,
der „WIESE AM HANG“.

die klassenpaare_gruppen stufen sich vom dorf her gleichmässig noch oben,
die gemeinsame halle steigt fast unmerklich als leicht geneigtes feld mit,
die nordseite vertieft sich als eine art hohlweg zum kiga garten hin.

lernen unter einem gemeinsamen dach.
ein weit gespanntes, hölzernes dach auf  räumlich ausgreifenden X stützen bildet den schirm der schule.
der erdboden als wohltemperierter lehmboden fügt als grund_lage alle raumzonen zusammen.

die schule auf einem niveau
als labor, werkstätte, experimentierfeld, acker, garten, spielwiese, bühne (musik), bewegungsraum und veranstaltungsraum (aula_tribüne_turnsaal).
eine gemeinsame lernlandschaft ersetzt erschliessungsflure,
„shared space“ schule / lernlandschaft / spiellandschaft / bewegungslandschaft.

schule aufgespannt zwischen dorf- und schulbibliothek und sport- und turnsaal.
schule aufgespannt zwischen klassenräumen und werkräumen.

schule dehnt sich aus nach aussen …
> klassen >
> freiklassen >
> shared space solar >
> shared space dorfstrasse

schule dehnt sich aus nach innen …
> klassen >
> lernlandschaft gruppe >
> atriumgärten wintergärten >
> bewegungslandschaft shared space school

ein kommen und gehen (garderobe) der bibliothek entlang,
morgens und mittags warten kinder bei büchertauschtaschen im „wind fang“ und haben auslauf im
„shared space“ solar / spielplatz und schulhof unter dach / sonnen kraftwerk.

der lauf zum bus als teil des heimweges und teil des dorfraumes,
„shared space“ dorfstrasse.


fakten

unter einem dach >
die mitte der schule bildet der innere dorfplatz, um diesen herum sind die verschiedenen, differenzierten aktivitäten gruppiert (klassenräume, vorschule, werken, verwaltung). der turnsaal mit seinen tribünen ist in dieses raumkontinuum eingebunden (netzabtrennung zum internen schulbereich). diese zusammenhängenden räume machen dezidierte erschliessungsflächen überflüssig und erweitern als lernlandschaft die nutzbare fläche.

anbindung kiga >
an schnittstelle zwischen kindergarten und volksschule verknüpft ein neuer lift alle niveaus der schule und des kindergartens (schema) für die möglichkeit eines gemeinsamen bildungsraumes.

eigene erschliessung bibliothek + sporthalle >
beide einrichtungen erhalten einen zusätzlichen vom schulbetrieb unabhängigen zugang von aussen. die bibliothek bereichert das morgendliche ankommen der kinder (auch büchertauschtaschen) und attraktiviert das medium buch.

materialisierung schule innenraum >
hölzerner dachschirm aus innengedämmten hohlkastenelementen, gelagert auf torsionssteifen stahlträgern auf raumgreifenden X stützen. applizierte akustikfeldkompositionen mit integrierter beleuchtung nach erfordernis.
die an der nordseite gelegenen räume erhalten direktes sonnenlicht über einen begleitenden dachoberlichtstreifen.
kernaktivierter, temperierter stampflehmboden auf perlite dämmschüttung mit gewachster oberflächenbehandlung.
glastrennwände aus gehärtetem sicherheitsglas.
erdgeschossige aussenwände, wo erdberührt, innenseitig als stampflehmwand.
klassentrennwände aus hölzernen schrankwänden, oberflächen gewachst oder beschichtet.
an der westseite (dorf-/schulbibliothek) aussenliegende, in die dachkante integrierte rollos.
barrierefreie erreichbarkeit aller ebenerdiger räume.

wintergärten >
diese bilden eine akustische und visuelle pufferschicht zwischen zentraler halle und den klassenraumzonen, welche parallele aktivitäten uneingeschränkt zulässt. zusätzlich spenden sie den umliegenden raumzonen licht und gartennutzungsmöglichkeiten auf kleiner fläche auch im winter.

materialisierung schule aussenraum >
„shared space“ solar gibt
raum für bewegung, seile, hängematten, schwebebalken, integrierte trampoline, trinkbrunnen und
raum für handel und interaktion, topographische sitzbänke/tische an der dorfstrasse, klasseneigene pflanzbeete. die klassen dehnen sich zur dorfstrasse hin aus, bodenstruktur der klassenbereiche verweben sich mit der struktur des flusses der dorfstrasse zu einem offenen kommunikations- und erfahrungsraum.
„shared space“ dorfstrasse fliesst weiter, durch das dorf, endet am neu errichteten veranstaltungszentrum. die mittige baumreihe verweist auf die charakteristischen mischwälder hallwangs.

solarkraftwerk >
dem kraftwerk schule zum „shared space“ dorfstrasse hin ist ein faltwerk vorgelagert, das den solarkollektoren ideale belichtungs- und besonnungsbedingungen bietet (PV 20° u. thermisch 70° neigung). das solarkraftwerk erlaubt bei grundsätzlich variabler verteilung die aufstellung von beispielsweise max. 285 PV-modulen und 152 thermischen modulen).
zwischen den schattenspendenden modulen geben die transparenten oder offenen faltelemente licht und witterungsschutz.


aus dem juryprotokoll

ein erfrischender projektansatz bringt das lernen direkt in den öffentlichen raum und fädelt die lernräume entlang der dorfstraße auf. diese von innen nach außen geschichtete lerneinheit wird im innenraum durch einen spannenden, geneigten und gemuldeten bewegungsraum ergänzt.
dieser freche und konsequent formulierte ansatz wird von der jury gewürdigt und ragt als konzept aus den vielen zu angepassten und zu pragmatischen projekten heraus.
durch die nur ebenerdige anordnung ist naturgemäß ein hoher flächenbedarf und große hüllfläche gegeben; die wirtschaftliche umsetzbarkeit wird daher von der jury kritisch gesehen.
auch das lernen im öffentlichen raum wird in seiner konsequenz in der jury kontroversiell diskutiert.

jury: johannes wiesflecker (vorsitz), maximilian luger, karl thalmeier, bettina hauser, eva thalhammer, norbert dertnig