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seniorenwohnen nonntal

14 / wettbewerb mit eu-weitem bewerbungsverfahren / 8 hausgemeinschaften für 96 bewohner / 3. preis / bauherr: stadtgemeinde salzburg / karl-höllerstrasse 4, a-5020 salzburg.


ENSEMBLE DER „STÄDTISCHEN VERSORGUNGSANSTALT“

der altbestand, ein stattliches symetrisch angelegtes bauensemble inmitten landschaftlicher freiräume, teiche, krauthügel und festungsberg. die historische anlage mit zentralem kirchenschiff und seitlichen querflügel. präsenz, masse, jedoch eine offene figur, die sich im parkraum ausbreitet. der neu hinzugefügte körper soll die zum grünraum offene geste bewahren.

MYZEL

eine kleinteilige netzstruktur wird als flaches, „grünes“ geflecht in die bestandsfigur „eingeschoben“.

das neue haus verwebt innen und aussen mit intimen, bewachsenen atrien-„lichtungen“ und intensiv begrünten „spalten“ und tälern zwischen dem altenwohnhaus und dem historischen bestand – mit anbindungen zu den bestandsfluren bzw. mit neuen terrassenzonen, welche den spezifischen wohnformen im altbau gemeinschaftsterrassen nach westen anbieten. das angebot für gemeinsames zwischen älteren und jüngeren kann derzeit nicht vorhandene terrassenzonen für den altbau neu generieren und soziale berührungspunkte ohne überforderung erzeugen.


RAUMGEFÜGE ALTENWOHNEN

ein gefüge aus intimen, gemeinschaftlichen und halböffentlichen räumen. raumhierarchien und kleinteilig gestufte gruppengrössen (2-, 4-, 8-zimmergruppe und wohngruppe mit 12 zimmern) ermöglichen soziales miteinander durch überschaubare nachbarschaft. sowohl innen- als auch aussenräume werden auch im intimen massstab konzipiert, sollen möglichst viele situationen zur anregung bieten und möglichst direkt miteinander verbunden werden.

vertikal
EBENE parkgeschoss bzw. sockelgeschoss: „lange bank“ zwischen öffentlichen einrichtungen und landschaftspark
EBENE mezzaningeschoss: 4 wohngruppen am mittleren foyer, steg als direkte verknüpfung zum park und „streichelzoo“
EBENE obergeschoss: 4 wohngruppen am mittleren foyer, stege als rundweg im gartenhof und als mögliche verbindung zu den zukünftigen bewohnern des altbestandes
DACHlandschaft: „sonnensteg“ für die bewohner des altbestandes, glz. zugang solaranlage

WEGFÜHRUNG durch die gesamtanlage
der weg führt vom westlichen parkteil über den garteneingang und eine kleinteilige treppenanlage – kurze steigungslängen mit kleinen rastplätzen – in die foyers der wohngeschosse.
von hier gelangt man über die zentrale zone des altbestandes – den kirchenbereich – zum östlichen parkteil und weiter zum stadtbus bzw. zum fussweg richtung altstadt.

parkgeschoss
die halbgeschossig in die topographie gesetzten öffentlichen räume wie cafe, eingangsfoyer, bibliothek/mehrzweckraum und verwaltung „fädeln“ sich an der parkseite auf – hinter einer langen überdachten hausbank in „erster reihe“ zum landschaftsraum. das zentrale foyer verbindet auf dieser ebene garteneingang mit parkplatzeingang (TG) an der rückseite zwischen altenwohnhaus und bestand.

mezzaningeschoss bzw. obergeschoss
auf jeder ebene liegen 4 altenwohnungen (12 zimmer), welche sich in 3 kleingruppen zu je 4 zimmern zu einer gemeinsamen wohngasse hin orientieren; zusammen mit zentral gelegener wohnküche samt küchengarten und gemeinschaftsterrase ist jede wohnung nach 3 himmelsrichtungen ausgerichtet. 3 kleine, je 4 zimmern zugehörige atriumgärten bilden mit dem küchengarten eine gemeinsame grüne gartenhofzone je wohngruppe. vom obergeschoss führen auch kleine gartentreppen in die atriumzonen.

der übergang zwischen privatzimmer und innerer wohngasse verdient als schwellenzone besondere beachtung und soll als holz/glaskonstruktion eine „zwischen“raumzone bilden, welche sowohl abschirmung als auch verbindung zur gruppe ermöglicht – selbstgesteuert (schiebeelemente, jalousien). somit kann auch bei körperlicher einschränkung (bettlägrigkeit) selbstgesteuert am gemeinsamen leben angeknüpft werden. die privaten bäder wurden daher auch nicht zwischen zugang und zimmer situiert, sondern als eigene raumzone zwischen 2 zimmer geschoben (d.h. es gibt keine verengung des zimmers im übergang zur wohngasse!). zusätzlich werden die privatzimmer durch die gewonnene, zusätzliche tranparenz zur wohngasse, so wie mögliche miteinbeziehung des bades zum privatzimmer grosszügiger.
2 wohngemeinschaften sind je ebene zwischen park und atriumgärten angeordnet, 2 zwischen atriumgärten und gartenhof am altbestand. letztere verknüpfen sich über die freiräume auf beiden geschossen mit dem wohnhaus im bestand, was soziale kontakte über die generationen hinweg ermöglichen soll. eine wohngemeinschaft im mezzanin verbindet sich als spezielle möglichkeit für demente bewohner mittels eines breiten stegfeldes direkt mit dem park und dem streichelzoo am kleinen teich hinter dem wirtsstüberl „remise“.

die 4 wohngemeinschaften je ebene liegen an der gemeinschaftlichen foyerzone, welche sowohl zum park als auch ins zentrum des altbaus führt – an den liften vorbei zum bestehenden kirchenraum bzw. im obergeschoss zu den emporen am kirchenschiff.

dachebene
über der zentralen mittelachse bilden auf dem begrüntem dach die energiekollektorflächen in zwei reihen aufgeklappt „aufzackungen“, welche nach norden richtung festung vertikalbegrünt und daher als teil einer homogenen dachbegrünung erscheinen werden. zum altbau hin ist zwischen den seitenflügeln des bestandes ein langer schmaler dachterrassensteg angedacht, welcher wieder gemeinschaftsfunktion für den bestand erfüllen kann, daran angelagert die PV-flächen.

RAUMGEFÜGE WOHNEN IM BESTAND

das bestandsobjekt soll in zukunft in ein wohnobjekt mit verschiedenen wohnformen umgebaut werden. dies stellt auch eine chance dar, in synergie mit dem neuen altenwohnhaus wohnungen für die generation 55+ mit geringem unterstützungsbedarf, aber „selbstgewählter nachbarschaft mit freunden oder gleichgesinnten“ anzubieten. für die entwicklung eines ausgewogenen sozialen gefüges macht es durchaus sinn, auch wohnungen für studentengruppen (studieren & arbeiten), alleinerzieher mit kind etc. zur verfügung zu stellen.
unterschiedlichste nutzungsansätze für die vielen, noch freien flächen im sockelgeschoss des altbestand bieten sich an, flächen, welche durch die neuen bewohner des altbestandes belebt werden und so auch wieder den bewohnern des seniorenwohnhauses zu gute kommen.