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Kategorie: PROJEKTE

leben an licht und landschaft

isabella marboe / der standard / 30./31.10.2004

aus minimalem budget zauberten die architekten maria flöckner und hermann schnöll ein maximum an raum und lebensqualität. zeitlos modern fügen sich lärchenholzgeschaltes foto-atelier und wohnhaus als ensemble in den idyllischen ort kuchl, fenstereinschnitte und lufträume schaffen innen mehrdimensional durchlässige weite.

etwa 30 kilometer südlich von salzburg liegt die gemeinde kuchl, wo bildhauer josef zenzmaier in der strubau ein altes landhaus bewohnt, durch die ritzen des werkstattstadels schimmert glut, der meister ringt mit wachsabgüssen um seinen paracelsus. schon als kind liebte sohn stefan das ineinanderfließen von wohnen und arbeiten. heute ist er selbständiger fotograf, lang lebte er mit frau und drei kindern in salzburg, die wohnung war viel zu klein, er suchte eine größere und ein atelier.

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einordnen statt anbiedern – ein beispiel aus salzburg

norbert mayr / spezial / der standard / 27.05.2004

das fehlen eines so genannten „ordentlichen daches“ führt selbst am beginn des 21. jahrhunderts in salzburger gemeindestuben und baubehörden häufig zu heftigem rumoren und kopfschütteln.
das wohnhaus zenzmaier mit angeschlossenem fotoatelier in kuchl im salzburger tennengau legt die absurdität dieser leidigen dachdiskussionen frei. die architekten maria flöckner und hermann schnöll demonstrieren eingliederung ohne anbiederung in die bestehende siedlungsstruktur.
das engagierte salzburger architektenduo verdreht den ein- bzw. zweigeschoßigen baukörper leicht zu den umliegenden häusern und bildet einen locker gefassten hof.
durch präzis gesetzte, vertikale oder horizontale fensteröffnungen werden umgebende bauten ausgeblendet. so kann die familie vom esstisch im wohnraum ruhige blicksequenzen vom elterlichen obstgarten über die gebirgszüge bis zur wiese mit weidenden schafen genießen.
„raumkamine“ vom wohnraum ins obergeschoß schaffen außergewöhnliche lichtstimmungen und raumbeziehungen.
helle brauntöne tragen zur angenehmen wohnatmosphäre bei. die bewusste wahl und gestaltung der rohbaumaterialien erübrigte ein zusätzliches oberflächenfinish. das eingesparte geld kommt der räumlichen großzügigkeit und den großflächigen fensteröffnungen zugute.

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Making Waves

Architektur-Export – Oder wie junge österreichische Architektur in China Wellen schlägt.

Pudong, der moderne Businessdistrikt von Shanghai, ist in den letzten Jähren zum Symbol für das unglaublich rasante Wirtschaftswachstum Chinas geworden – und mit ihm das Wahrzeichen Shanghais – der Oriental Pearl Tower. Am Fuße des zweithöchsten Fernsehturmes der Welt wurde Mitte September die erste „Environmental Art Exposition” in China eröffnet und mit ihr eine Leistungsschau junger, innovativer österreichischer Architektur mit dem Titel „making waves”. Über eine Publikation hatten die Expo-Organisatoren von den Arbeiten der jungen Österreicher erfahren, und weil die Arbeiten gefielen, wurde „architektur in progress” kurzerhand eingeladen, zum Thema „Architektur und Landschaft” eine Ausstellung für Shanghai zusammenzustellen. In enger Zusammenarbeit mit der Initiative YEAA (Young European Asian Architects) wurden 25 Projekte ausgesucht. Der Bogen spannt sich von kleinen, aber innovativen Einfamilienhäusern bis hin zu großmaßstäblichen städtebaulichen Visionen. Den Initiatoren war es ein Anliegen, dass neben den Wiener Teams auch Arbeiten aus den Bundesländern vertreten sind, und so wurden Projekte der Teams querkraft, Delugan_Meissl, gerner°gerner+, propeller z, BKK3, pool, the next ENTERprise, rainer pirker architeXture, BN Architekten, hobby a., urban fish 2, Mladen Jadric, Flöckner & Schnöll, Thomas Forsthuber, ko a la, HOLODECK.at mit Marc Gilbert und Machne & Durig Architekten ausgewählt. In Zusammenarbeit mit dem Pneu-Pionier Michael Schultes wurden neun aufblasbare Kuben aus transparenter PVC-Folie entwickelt, die von je 22 Quadratmetern bedruckter Textilbahnen umspannt sind. Bereits bei der Expo-Eröffnung in Shanghai entwickelten sich die hinterleuchteten Würfel zu einem beliebten Anziehungspunkt für viele neugierige Besucher.

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bauherrenpreis arch+ing 2003

kinder- und jugendhort salzburg-taxham erhält den arch+ing bauherrenpreis 2003.

eine würdigung für verantwortungsbewusstes und zukunftsweisendes bauen

zum insgesamt zehnten mal verleiht die kammer der architekten und ingenieurkonsulenten für oberösterreich und salzburg ihren bauherrenpreis. mit dieser auszeichnung werden – alternierend in den bundesländern oberösterreich und salzburg – grosse verdienste um die qualität im baugeschehen gewürdigt.
hier sollen bauherren geehrt werden, die durch ihr persönliches engagement ideale rahmenbedingungen schaffen, damit architekten und ingenieurkonsulenten ihre planerische leistungen auf höchstem qualitativen niveau verwirklichen können.

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gut gewürfelt

von: norbert mayr / architektur aktuell 12/2002.

ein neues wohnhaus einer jungen künstlerfamilie, ein atelierbau – und beides am grundstück des elternwohnhauses, das ehemals fast allein stand und von der üblichen flut banaler einfamilienhäuser bald erreicht sein wird. dieses programm unter den bedingungen der ästhetisch aggressiven bau-„kultur“ eines allgegenwärtigen suburbia erforderte von den architekten eine schlaue lösung: sie wurde behördlich genehmigt.

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gut gewürfelt

von: norbert mayr / architektur aktuell 12/2002.

ein neues wohnhaus einer jungen künstlerfamilie, ein atelierbau – und beides am grundstück des elternwohnhauses, das ehemals fast allein stand und von der üblichen flut banaler einfamilienhäuser bald erreicht sein wird. dieses programm unter den bedingungen der ästhetisch aggressiven bau-„kultur“ eines allgegenwärtigen suburbia erforderte von den architekten eine schlaue lösung: sie wurde behördlich genehmigt.

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a good throw of the dice

by norbert mayr / architektur aktuell 12/2002.

a new home for a young artist’s family and a studio, both built in the grounds of the parents‘ house, which once stood almost entirely alone but will soon be lapped by a sea of banal single-family housing. the brief, within the context of the aggressive aesthetic of the building „culture“ that characterises suburbia everywhere, demanded a clever solution from the architects, one which was granted building permission by the authorities.

zum text.

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a good throw of the dice

by norbert mayr / architektur aktuell 12/2002.

a new home for a young artist’s family and a studio, both built in the grounds of the parents‘ house, which once stood almost entirely alone but will soon be lapped by a sea of banal single-family housing. the brief, within the context of the aggressive aesthetic of the building „culture“ that characterises suburbia everywhere, demanded a clever solution from the architects, one which was granted building permission by the authorities.

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lebhaft unter der holzhaube

von: norbert mayr / rondo spezial / der standard / 20.11.2002

architektur kann fördern: die jugendlichen fühlen sich wohl im kinder- und jugendhort von salzburg/taxham. sie haben die neuen räume und nischen in besitz genommen.

architektur kann fordern: die räumliche grosszügigkeit der haupthalle wurde zur herausforderung für die pädagogen. sie veränderten ihr gewohntes konzept und öffneten die gruppen. in der haupthalle ist nun gruppenübergreifendes arbeiten und spielen möglich. das bietet den kindern ein breites spektrum an kontakten und erfahrungen.

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meine stärksten eindrücke

auszüge aus exkursionsberichten zum haus und atelier zenzmaier von studenten des holztechnikums kuchl:

„die familie zenzmaier lebt nach dem motto „kleines haus und viele wege“. in dem kleinen haus leben brigitte und stefan zenzmaier mit ihren drei kindern im alter von 20, 16 und 5 jahren. jeder einzelne von ihnen hat seinen eigenen, individuellen lebensraum. die zwei jüngeren kinder wohnen mit den eltern im eigentlichen wohnhaus, der älteste sohn bewohnt eine eigene, kleine studentenwohnung, die in das atelier seines vaters eingegliedert ist. das fotoatelier liegt im vorderen der verdreht zueinander positionierten neubauten; die eigentliche wohnung liegt dahinter im zweiten gebäude.

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architecture-landscapes + neighbourhood therapies

by norbert mayr / architektur aktuell / 9/2001 / extract

the appearance of post-war taxham housing estate to the west of the city of salzburg is dominated by steep hipped roofs. hardy any energy had been invested in the creation of an attractive neighbourhood or in the building of schools. to compensate, spatial quality and an intelligent strategy were placed at the centre of the newly competed extension for the school complex consisting of a child and youth day care centre. for their first project, the salzburg architects flöckner and schnöll placed a striking ‚timber hat‘ on the sports hall tract, improved the schoolyard instead of building over it, while also linking generous spaces with environmental considerations and the promotion of economic efficiency. the links to the general public around the building are the outset of an improvement in the quality of the outdoor space of taxham that is yet to become more intense.

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architekturlandschaften + stadtteiltherapien

von: norbert mayr / architektur aktuell / 9/2001 / auszug

das erscheinungsbild der nachkriegssiedlung „taxham“ im westen der stadt salzburg ist von steilen walmdächern geprägt. kaum energie wurde in die schaffung eines attraktiven stadtteilzentrums oder die rechtzeitige errichtung der schulen gelegt. räumliche qualität und eine intelligente strategie standen jedoch im mittelpunkt der nunmehrigen erweiterung des schulkomplexes um einen kinder- und jugendhort. die salzburger architekten maria flöckner und hermann schnöll setzten bei ihrem erstlingswerk eine markante „holzhaube“ auf den sporthallentrakt, werteten den schulhof auf, statt ihn zuzubauen und verbanden grosszügige räumlichkeiten, ökologischen anspruch und geforderte wirtschaftlichkeit miteinander. die verknüpfung mit der öffentlichkeit rund um das haus steht am beginn einer noch zu intensivierenden freiräumlichen aufwertung taxhams.

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gutes bauen mit holz

von: werner thuswaldner / sn / 29.6.2001

holz erfährt als baustoff seit einiger zeit eine renaissance. er wird auch von guten architekten eingesetzt, wodurch sein ansehen steigt. das besondere an holz sind die guten bauphysikalischen eigenschaften und die aura, die auf dem stellenwert des holzes in der natur gründet.

die lobby für das holz ist auf ihrem posten. der verein der salzburger forst- und holzwirtschaft vergab dieses jahr in zusammenarbeit mit der „initiative architektur“ erstmals einen „holzbaupreis“. es gab 52 einreichungen, und in drei sparten wurden am mittwoch im großen festspielhaus auszeichnungen überreicht: in der kategorie einfamilienhaus ging er an das büro hans kaschl/heide mühlfellner. holzrahmenbau und skelettbau wurde mit stahlstützen ergänzt. klare formen und stimmige proportionen kennzeichnen den bau. auch in den sozialen wohnungsbau hat holz eingang gefunden, ohne assoziationen zur baracke zu wecken. ausgezeichnet wurde ein bauwerk des büros „halle 1“ am glantreppelweg. allerdings hat man hier das holz weiß angestrichen. das architektenduo maria flöckner und hermann schnöll wurde in der sparte öffentliches bauwerk für den kinder- und jugendhort taxham ausgezeichnet.

vorsitzender der jury war architekt ernst giselbrecht aus graz.

in der sparte „gewerbliches bauen“ konnte kein preis vergeben werden. so erfreulich die auszeichnungen sind (zudem gab es auch nominierungen), so zeigte sich doch, dass qualifiziertes engagement der architektenschaft in sachen holz durchaus noch zunehmen könnte.

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architekturpreis land salzburg 2000

kinder- und jugendhort salzburg-taxham erhält den salzburger landesarchitekturpreis 2000.

jury: nasrine seraji (vorsitz), sonja gasparin, fritz lorenz, dietmar steiner, wolfgang tschapeller

eine der wesentlichsten aufgaben der architektur der zukunft wird nicht der neubau, sondern der umbau und die adaptierung bestehender substanz sein. dies zeigt in exemplarischer art und weise der kinderhort von flöckner/schnöll. ziemlich frech, wie es nur ein erstlingswerk von architekten sein kann, blenden sie das bestehende bauwerk aus und denunzieren positiv die existierende substanz als „landschaft“, als bauplatz mit gegebenen bedingungen. der neubau des kinderhorts befremdet zunächst – eine komisch verbogene holzkiste sitzt auf der waschbetonbasis der bestehenden turnhalle wie ein parasit. aber im inneren offenbart sich ein kontinuierliches raumexperiment voller überraschungen. ungewissheit herrscht darüber, wo oben und unten ist, welche räume voneinander getrennt sind und doch zusammengehören. ein raumlabor, das sich erst in der benutzung genauer definieren wird. dort setzt auch die kritik der jury ein, die inständig hofft, dass die künftigen nutzer diese exzellente räumliche herausforderung auch positiv aufnehmen und interpretieren werden.

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österreichischer bauherrenpreis 2000

kinder- und jugendhort salzburg-taxham erhält den österreichischen bauherrenpreis 2000.

jury: marta schreieck (vorsitz), bart lootsma, dietmar steiner

in erster linie ist es bewundernswert, dass die stadt jungen architekten in verbindung mit hervorragenden sonderfachleuten die möglichkeit gegeben hat, ein mutiges und spannendes raumkonzept zu realisieren. das raumkonzept wird unterstützt von einer originellen, aber auch selbstverständlichen und entspannten athmosphäre. die adaption und erweiterung einer vorhandenen bausubstanz wird durch verschiedenste ansichten, durchsichten und einsichten zu einem interessanten gesamten vereinigt. eine beispielhafte lösung von umnutzung und weiterbauen, der wichtigsten zukunftsaufgabe aktueller architektur.

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soft landing – bauen ohne boden

von: roman höllbacher / architektur und bauforum 1-2001

bekanntlich denken coop himmeblau bei einem springenden wal an 30t fliegender masse. die metaphorische momentaufnahme weitergesponnen, stellen sich maria flöckner und hermann schnöll die frage, wie man ein fliegendes paket dieser größe sanft vom himmel auf die erde holt.

wenn es für architekten wirklich soetwas wie schöne bauaufgaben gibt, dann gehört ein kinderhort, also eine nachmittagsbetreuungsstätte für kinder berufstätiger eltern, vielleicht nicht dazu. es bleibt doch immer die trauer darüber, daß es diesen kindern nicht gegönnt ist, ihre freizeit zu hause zu verbringen. aber wahrscheinlich ist das die romantische vorstellung von einem, der ohne kindergarten und -hort groß geworden ist.
für die stadtgmeinde salzburg als auftraggeberin des kinderhorts in taxham stand zunächst auch anderes im vordergrund. sie wollte nicht nur ein möglichst günstiges, sondern, der ständigen debatten um kostensteigerungen leid, ein bauwerk zu vorab garantierten fixkosten. maria flöckner und hermann schnöll gelang trotz dieser rigiden vorgaben ein berückendes bauwerk, das erst kürzlich von einer prominenten jury den architekturpreis des landes salzburg zugesprochen bekam.
im wettbewerb – ein bauträger garantierte die kosten für das jeweilige entwurfskonzept – distanzierten sie durch akribie und witz die konkurrenten. sie sezierten das programm und sparten erschließungsflächen, damit kubatur, und sie verzichteten auf liebgewordene details. die beiden architekten haben ihren erstling nicht nur zwischen die zeilen der architektur, sondern auch der geschriebenen und ungeschriebenen gesetze gebaut. ihre haltung hat sich von den aristokratismen der moderne befreit. aufgewachsen in 70er jahren als bildung und der zugang zu akademischen berufen plötzlich nicht mehr das privileg einer klasse war, wird ihr unverzopftes naturell heute zur ressource.

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ein hort der offenheit

von: norbert mayr / sn / 1.12.2000

für die jugend von taxham schufen die architekten flöckner & schnöll ein offenes raumkontinuum.

der sechsgruppige kinder- und jugendhort taxham vom jungen architektenduo flöckner & schnöll gewann – gemeinsam mit architekt max rieders kindergarten in aigen – den landesarchitekturpreis 2000. die stadtgemeinde salzburg erhielt den bauherrn-preis 2000 der zentralvereinigung der architekten österreichs. den profit haben auch und nicht zuletzt die kinder und jugendlichen von taxham.
da die architekten bereits für den wettbewerb alle wesentlichen kriterien ausgearbeitet hatten, konnten sie dann ihre ideen ohne abstriche umsetzen. im dialog mit der leiterin des hortes, lieselotte gierlinger, kam es zu feinjustierungen.

die architekten setzten den hort als leichte „holzhaube“ auf den bestehenden turnhallentrakt der volks- und hauptschule. im besten sinne „ökonomisch“ spielte diese intelligente entscheidung den kostbaren schulhof frei. statt ihn zu verbauen, erhielt er regengeschützte bereiche unter den auskragungen des holzkörpers sowie ein neue gliederung: im spiel- bzw. pausenhof wurde ein kleiner hain mit duftenden sträuchern und essbaren früchten angepflanzt. verbindungstreppen öffnen den hof richtung wohnquartier, pfarrzentrum und zu den freizeiträumen.

primäres entwurfsthema war die „haube“ als wärmende umhüllung des inhalts. dessen zentrum besteht in einer offenen halle und einer großzügigen raumfolge. sie hält – von einer differenzierten lichtregie mit oberlichten unterstützt – den kindern und jugendlichen eine vielfalt an bewegungsmöglichkeiten, ausweichwegen und rückzugsbereichen (nischen, matratzenlager u.ä) bereit. hinter transluziden glaswänden finden sich sanitärbereiche, werkraum und garderobe. der speiseplatz ist teil der hohen halle und dem bewegungsraum benachbart, nur durch glaswände getrennt.

warme zurückgenommene farbtöne sind mit holzwand und -decke aus birkensperrholz abgestimmt. die ruhigen und lichten sechs gruppenräume sind von der halle abschirmbar und vermitteln wohnatmosphä-re. sie sind jeweils angepasst an die altersstruktur der kinder. der ältesten altersgruppe (10 bis 14 jahre) wird ein raumkontinuum im turmförmigen bauteil angeboten.

frau gierlinger weiß die qualität der architektur sehr zu schätzen. die großzügigkeit der haupthalle wurde ihr und ihrem engagierten team zur herausforderung. um die optimalen gegebenheiten auch zu nutzen, wurde das pädagogische arbeitskonzept neu überdacht.
so wird eine öffnung der gruppen angestrebt. u. a. plant das team, bereiche außerhalb des gruppenraums in die gruppenbetreuung einzubeziehen. in weiterer folge soll gruppenübergreifendes arbeiten und spielen möglich werden.

dass sich aber schon heute die jugendlichen sehr wohl fühlen, ist daran spürbar, dass sie ihr haus in besitz genommen haben. damit wurde der anspruch des architektenduos, einen „sozialen und aktivitäten generierenden ort“ zu schaffen, eingelöst.

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