auf dem fallenden feld wohnen / im feld wohnen = den landschaftsraum teilen, den ort der teilung verräumlichen, das hanggefälle verräumlichen = raumorganisierende situation schaffen
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völlig anders als die anschliessenden, steinernen gewölbehallen wird der neue kapitelsaal als gartensaal interpretiert – anklingend an seine lage im übergang zur stadt und die geschichte des ortes (garten). seine oberflächen werden mit luftdurchlässigen, weichen raschelgewirken bespannt. diffuses allgemeinlicht, akustische anlagen, lüftungsführungen, elektroinstallationen können „unsichtbar“ installiert werden. auch die nicht sichtbare regulierung der raumoberflächen (reflexion/absorbtion) den akustischen anforderungen entsprechend ist leicht möglich.
der grosse kapitelsaal kann in seiner gesamten grösse für festveranstaltungen, grössere konzerte, vorträge genutzt werden. der bestehende besprechungsraum (gewölberaum) im erdgeschoss bildet ein „natürliches podium“ im saal. bestehende räume bilden ein dienendes hinterland.
ein neu geschaffener durchgang über dem aufgang ermöglicht die getrennte erschliessung des westlichen saalteiles als seminarbereich. ein schwerer schallschutzvorhang schirmt die saalbereiche voneinander ab.
im hinteren bereich öffnet sich der saal grossflächig zum kapitelplatz und ist „attraktor“ richtung dom.
stadtnische kapitelsaal
der bereich vor dem eingang wird durch wegnahme des torbogens zur stadt hin geöffnet („stadtnische“). dies erlaubt nun die sicht auf die grosse fensteröffnung des kapitelsaales zum dom hin. veranstaltungen kommunizieren auf diese weise aktiv mit dem städtischen umfeld. das blechvordach des einganges wird entfernt, um die aufmerksamkeit des herannahenden auf das saalfenster zu richten. der eingang selbst bleibt durch die bereits vorhandene portalvormauerung klar als solcher erkennbar. die mittelfristige umwidmung der vorhandenen lagerräume im hof für kommunikative nutzungen würde zur attraktivierung des standortes (kapitelsaal, katholische aktion, männerbüro etc.) zusätzlich beitragen.
textauszüge für flüsterschalen

Das „Denk“mal Schüttkastenkeller auf der Festung Hohensalzburg
Text: Dr. Hans Bayr, März 2005
Die Bauzeit und Baugeschichte des Schüttkastens liegt – wie so vieles auf der Festung Hohensalzburg – im Dunkel. Aufgrund der Wappen und Jahreszahlen im und am Gebäude haben wir aber Anhaltspunkte zu einer Datierung. Auch lassen sich von Baumaterial und Verarbeitung Schlüsse auf Bau und Umbau im Laufe der Jahrhunderte ziehen. An der Nordseite des Gebäudes befindet sich ein Wappen des Bauherrn. Es ist übrigens das älteste steinerne Wappen eines Erzbischofs in Stadt und Land Salzburg. Die Inschrift lautet:
„Ertzbischof Johans zu Saltz[burg] et[w]en Ertzbischof
zu Gran hat machen lassen das haus 1484”.
Damit steht die Bauzeit fest. Erzbischof Johann Beckenschlager war im Jahr 1481 nach Jahren blutiger Auseinandersetzungen durch die Intervention Kaiser Friedrich 111. zum Koadjutor und Administrator des Erzbischofs Bernhard von Rohr ernannt worden. 1482 hat er die Regierung im Erzstift Salzburg übernommen. Von 1487 bis zu seinem Tod 1489 war er dann Erzbischof von Salzburg. Seiner ungeschützten Lage in der Stadt Salzburg bewusst, geprägt von den Türkeneinfällen 1473 und 1480 in Kärnten sowie den chaotischen Zuständen des „Ungarischen Krieges”, baute er sein „Hauptschloss Salzburg” zielstrebig aus. Er ließ im Zentrum dieser Wehranlage Repräsentativräume für eine Residenz errichten. Im Süden setzte er auf die bestehende Ringmauer zwei große Gebäude, eines als Zeughaus, das andere als Kaserne und Vorratshaus gedacht. Das sind das heutige Arbeitshaus und der Schüttkasten. Im Arbeitshaus ist der heutige Gotische Saal aus dieser Zeit noch erhalten. Wie der Schüttkasten zu jener Zeit innen ausgeschaut hat wissen wir nicht. Auf jeden Fall wird er hölzerne Zwischendecken gehabt haben. Im untersten Stockwerk ließ Erzbischof Leonhard von Keutschach (1495 – 1519) im Jahre 1503 (Wappen im Gewölbe des heutigen Kellers) das unterste Stockwerk einwölben, sodass ein Keller entstand. Der Keller dürfte aber nur die ersten beiden Segmente der heutigen Dreiteilung umfasst haben. Ebenso ließ Leonhard eine mit seinem Wappen geschmückte Eingangstür errichten. Das Wappen ist heute noch im Innern des heutigen Einganges an der zweiten Torleibung (= die ursprünglich Keutschachische) zu erkennen.
Vom 3. bis 6. Juni 1515 weilte Kardinal Matthäus Lang auf seiner Reise von Pressburg nach Innsbruck in Salzburg. Er besucht am 4. Juni unter Führung des Erzbischofs die Festung. Sein Sekretär Riccardo Bartolini hält diese Besichtigung in seinem Reisetagebuch fest. Über den Schüttkasten berichtet er:
„intus cryptoporticus, quae ad cellas vinarias quoque usum, cum opus est, praestare possunt, nam supra cellarium fornicatum est, optimis vinorum generibus refertissimum, Extra sub ampla, longaque testudine, seriarum ingens numerus, in quibus farina recondita est.”
Übersetzt heißt das:
„Innen gibt es eine unterirdische Säulenhalle, die man auch als Weinkeller benützen kann, wann es notwendig ist. Oben ist der Keller nämlich eingewölbt. Er wird mit den besten Weinsorten angefüllt. Außerhalb (des Kellers) befindet sich unter einem breiten und langem Dach eine gewaltige Zahl von Fässern, in denen sich Mehl verbirgt.”
Nach dem Tod des Erzbischofs Matthäus Lang (1519 – 1540) läßt der nachfolgende Erzbischof Ernst von Bayern (1540 – 1554) ein Inventar des Schlosses Salzburg erstellen. Hier wird der große Keller im Zergaden erwähnt, in welchem „jn Neununnddreissigkh panndtn klainen unnd grossen doselbs ligend verhannden sind fünfundachtzigkh dreyling / wein”. Ein Dreiling ist ein Flüssigkeitsmaß und umfaßt 1358 Liter. Es waren also im Jahr 1540 in dem Keller 115.430 Liter Wein gelagert. Bei den „panndtn” muss es sich um große Behälter handeln, deren durchschnittlicher Inhalt mit 3.000 Liter berechnet werden kann. Es ist also ziemlich sicher, dass der Keller von Anfang an als Weinkeller benutzt wurde.
Zwischen dem Schüttkasten und dem Arbeitshaus führte seit deren Erbauung eine etwa drei Meter breite Abfahrt hinunter zur Bernhard von Rohr Bastei. Dieser Erzbischof hatte eine zweite Ausfahrt nach Süden bauen lassen, um eine Alternative zum Aufgang auf die Festung zu haben, der durch die Stadt führte. Diese Baulücke wird jetzt während der Regierungszeit des Erzbischofs Johann Jakob von Kuen-Belasy (1560 – 1586) durch den Einbau eines Stiegenhauses geschlossen.
Zeitlich nicht genau einordbar ist die Erbauung eines kleinen Vorbaues vor das Keutschachische Osttor. Schlegel nennt es Werkstätte und setzt die Erbauungszeit vor 1639 an. Es wäre naheliegend, diesen Umbau zusammen mit der Neugestaltung der Roßpforte 1636 bis 1637 zu sehen. Eine eingedeckte Stiege führt in zwei winzige Räume, die an die Ostfassade des Arbeitshauses und an den Verbindungsgang zum Schmiedturm angeklebt sind. Dadurch entstand ein zweites, vorgeblendetes Eingangstor vor dem Keller. Das bemerkenswerte an diesem Eingangstor und der neuen, verwinkelten Fassade ist deren Freskierung. Ober einem der Eingangsrundung folgenden Band stehen eine Schale und zwei große Humpen, flankiert von zwei Delphinen. Die Bemalung, die Ähnlichkeiten mit den Resten der Bemalung der Fassade des Zeughauses von 1559 hat, lässt das Datum dieses Umbaus ebenfalls noch in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts legen. Sie weist eindeutig auf die Funktion des Kellers hinter der geschmückten Eingangstür hin: Ein Weinkeller. Der Wein spielt bei der Vorratshaltung im Falle einer Belagerung eine große und wichtige Rolle.
Während der Regierungszeit Paris Lodrons (1619 – 1654) wurde die ganze Stadt Salzburg zu einer frühneuzeitlichen Festung ausgebaut. Das Schloss Hohensalzburg wurde die Zitadelle in dieser Festung. Um der Weiterentwicklung der Kriegsführung Rechnung zu tragen, wurden auch auf Hohensalzburg zahlreiche Bauvorhaben durchgeführt. Eine davon war die Erweiterung des Weinkellers im Schüttkasten. Der westliche Teil dieses Gebäudes wurde nun auch unterkellert und erhielt ein Gewölbe mit einer mächtigen Säule in der Mitte. Der mittlere Teil wurde – ganz ähnlich dem Fürstenkeller unter dem Hohen Stock im Jahr 1643 – tief in den Felsen eingeschlagen, sodass eine 10 m hohe Halle entstand. Eine lange Treppe führt nun vom Eingang im Osten bis hinunter zum Boden des Kellers, während nach Westen zwei kleine Treppen aus Holz und Stein auf das höhere Niveau nach Westen und zum Stiegenhaus hinaufführen.
Zu dieser Zeit oder erst im 18. Jahrhundert wurde auch der gesamte Schüttkasten innen völlig neu gestaltet. Für das Lagern von Getreide sind Räume mit Holzboden vonnöten. In dem Zeitraum von etwa 1650 bis 1750 wurden aber das gesamte Gebäude basierend auf den Zwischenwänden im Keller mit mächtigen Wänden dreigeteilt. Die Stockwerke erhielten Steingewölbe, die Fußböden wurden mit einem rötlichen Estrich versehen (Steinsaal). Von Erzbischof Andreas Jakob von Dietrichstein (1747-1753) stammen die beiden massiven Gurtbogen, die mit der Jahreszahl 1750 zeitlich einzuordnen ist. Das dürfte die letzte große strukturelle Baumaßnahme in diesem Gebäude gewesen sein. Auch das Aufsetzen eines vierten Stockwerkes und des Walmdaches mit Firstgraben dürfte zu diesem Zeitpunkt erfolgt sein. Daraus ergibt sich, dass das gesamte Gebäude des Schüttkastens seine spezielle Funktion
als Aufbewahrungsort von Nahrungsmitteln verloren hat und allgemein ein Magazin für militärische Vorratshaltung geworden ist. Das hängt eben mit dem allgemeinen Strukturwandel der gesamten Anlage zusammen. Im Titel des Inventars von 1727 ist erstmals nicht vom Hauptschloss Hohensalzburg die Rede, sondern es wird „Hochfürstliches Salzburgisches Hochen Vössturigs Haubt Inventarium” genannt. Ab dieser Zeit hat sich der bis heute übliche Name Festung Hohensalzburg eingebürgert.
Mit dem endgültigen Einzug des österreichischen Militärs in die Festung im Jahr 1815 endet die Ära des hochfürstlichen Salzburger Militärs und es beginnt die Zeit der kaiserlich österreichischen Armee. Dementsprechend nüchtern wurde dieser Militärbau behandelt. Es wurde wenig gebaut und einiges Unwesentliche abgerissen. Das hat bis heute den Vorteil, dass der alte Bestand nicht angetastet wurde. Über unseren Keller wissen wir aus dieser Zeit nichts zu berichten. Nur eines ist sicher, dass er keine großen Weinbestände mehr enthielt.
Im Jänner 1861 wurde für die Stadt Salzburg der Status eines festen Ortes aufgehoben. Damit fielen alle Beschränkungen militärischer Art weg und die Stadtgemeinde ging eifrig daran, die ihr überlassenen Stadtbefestigungen abzureißen. Dagegen blieb die Festung Hohensalzburg weiter in der Hand des Militär-Ärars und wurde als „Kaserne, Brigade-Arrest, Transporthaus und Augmentations-Magazin des k.k. 59. Inf.Reg. und 15. Feldjägerbataillons” verwendet.
In dieser Zeit erhielt der Schüttkasten im Norden und Osten eine neogotische Fassade aus Rieselputz. Carl Pillwax, der 1877 die erste fundierte Beschreibung der Festung Hohensalzburg herausgegeben hat, hat diese nicht besonders goutiert: „Die gegen den Schloßhof gelegenen Fenster dieses Gebäudes wurden leider in neuerer Zeit mit einer gothisch sein sollenden Verkleidung verunstaltet.”
1896 wurde der Festungsbereich an die Kanalisation angeschlossen. Dazu wurde vom tiefsten Punkt des Festungshofes, wo auch eine Toilette für die Besucher errichtet worden war, ein Abwasserkanal unter dem Stiegenhaus zwischen dem Schüttkasten und Arbeitshaus durch und nach Nonntal hinuntergeführt. Dieser Bereich im Keller entsprach nun einer „cloaca maxima” und hat bis heute mit einer eingebauten Toilette diesen Charakter bewahrt.
Nachdem nun die Festung kein „militärisches Sperrgebiet” war, wurde sie mit zunehmenden Fremdenverkehr immer mehr ein öffentlich zugängliches touristisches Ziel. Mit dem Bau der Festungsbahn, der Eröffnung eines Bahnrestaurants und der Einrichtung eines Führungsdienstes mit hauptberuflichen Festungsführern durch die Salzburger Eisenbahn und Tramway-Gesellschaft öffnete sich ein neues Feld in der Geschichte der Festung. Die Öffentlichkeit nahm mehr und mehr Besitz von dem uralten Bauwerk auf dem Festungsberg. Im Jahr 1895 veranstaltete der Deutsche und Österreichische Alpenverein ein mehrtägiges Fest unter dem Motto „Ein Kulturbild aus längst verklungenen Tagen” auf der Festung. Unser Keller wurde für dieses Fest adaptiert. Ober dem Gewölbe zum Mittelteil wurde ein lebensgroßes Fresko angebracht. Es zeigt zwei Ritter, links einen bayerischen, rechts einen österreichischen, die mit eingelegten Lanzen im Turnier aufeinander einrennen. Der bayerische Ritter ist dabei, den österreichischen aus dem Sattel zu stechen. Erschwerend in diesem sportlichen Wettkampf sind zwei volle Maßkrüge, die auf den Helmen der beiden wackeren Streiter balanciert werden. Während die Maß auf dem Haupt des Bayern schaumgekrönt und fest steht, ergießt sich aus dem fallenden Krug des wankenden Österreichers ein Bierschwall auf dessen Brustharnisch. Im Sinne dieser Nutzung stößt jeder Besucher beim Betreten des Kellers die Worte aus: „Hier muss man eine Party machen!”.

Aber für Parties ist die Zeit zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert noch nicht reif. 1809, 1848, 1849, 1864, 1867 und von 1914 – 1918 werden Kriegsgefangene auf der Festung untergebracht. Nach dem Zusammenbruch des 1. Weltkrieges bleibt zwar der Gebäudekomplex im Eigentum des Bundesheeres, einzelne Komplexe werden aber zusehends an zivile Einrichtungen wie Jugendherbergswerk, Pfadfinder etc. vergeben. Anfang 1934 wird eine Schutzkorpskompanie auf der Festung kaserniert und im Zuge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Österreich wird die Festung wieder als Kaserne aktiviert und umgebaut. Der große Keller im Schüttkasten erhält die Funktion eines – man kann es kaum glauben – Turnsaales. Die Reste von Balken mit Ringen an den Decken und an den Wänden, die wie düstere Halterungen für Foltergeräte aussehen, sind Zeugen dieser Verwendung in der Zwischenkriegszeit.
Am 27. Juli 1934 fand in Lamprechtshausen eine bewaffnete Erhebung von Nazionalsozialisten statt, die von der 2. Kompanie des Alpenjäger-Bataillons Nr. 3 unter dem Kommando des Hauptmanns Franz Rosenkranz niedergeschlagen. In seinem Gefechtsbericht führt er an, 52 Männer gefangen genommen zu haben. Viele von Ihnen waren verwundet. Während die Verwundeten im St. Johannsspital oder im Truppenspital versorgt wurden, wurden die Unverletzten in den folgenden Wochen wie lange ist nicht bekannt – auf der Festung Hohensalzburg und zwar im Keller unter dem Schüttkasten festgehalten. Einige Sgraffitti erinnern an diese Funktion des Kellers, der seither auch gerne „Kasematte” genannt wird. Für die Verpflegung der Gefangenen sorgte das Festungsrestaurant im Auftrag der Militärverwaltung. Jeden Tag wurde ein Kessel mit Eintopf gekocht. Die Fama berichtet, dass die Gefangenen während der Haft schwer mißhandelt wurden. Ihre Schreie von der Festung seien sogar im erzbischöflichen Ordinariat gehört worden, sodaß sich der greise Erzbischof Ignaz Rieder bemüßigt fühlte, zu Gunsten der Inhaftierten zu intervenieren. Aufgrund der Lage des Kellers kann diese Geschichte nicht so stattgefunden haben. Dass politische Untersuchungsgefangene damals misshandelt wurden, dürfte aber Usus gewesen sein. Wie lange die Haft im unwirtlichen Keller gedauert hat, ist nicht mehr feststellbar. Im November 1934 wurde gegen 61 Beschuldigte Anklage erhoben, 28 wurden zu langjährigen Kerkerstrafen verurteilt, 1936 wurden alle Verurteilten amnestiert.
Nach dem Anschluß 1938 wird die Haft auf der Festung heroisiert und eine Gedenkstätte errichtet. Hiezu wurde eine Marmortafel über dem Eingang zum Stiegenhaus angebraucht. Landeskonservator Dipl.-Ing. Eduard Hütter gab hiezu seinen Segen. Ein Plakat aus dieser Zeit zeigt die Gefangenen am Boden sitzend, bewacht von Hahnenschwänziern und einem Bundesheersoldaten mit aufgepflanzten Bajonetten. Der Text zu diesem Plakat lautet:
„Wenn das Recht eines Volkes vergewaltigt wird,
finden sich die besten immer in den Kerkern.”
DEM GEDENKEN DER 297 NATIONALSOZIALISTEN, DIE NACH DER VOLKSERHEBUNG AM 25. 7. 1934 IN DEN KASEMATTEN DER FESTUNG HOHENSALZBURG GEFANGEN GEHALTEN WURDEN.
Bedenkt man den Zeitpunkt der Anbringung dieser Tafel, das Jahr 1938, so hat dieser Spruch eine nicht zu leugnende Bedeutung. Bemerkenswert ist auch die
Tatsache, dass 297 gefangene Personen erwähnt werden. Die hatten aber sicherlich nicht auf der Festung Platz gehabt.
Nach 1945 wurde die Gedenkstätte klammheimlich aufgelassen, die Tafel selbst aber belassen. Ihr Text und die Symbole wurden – wie bei allen einschlägigen Baudenkmälern im ehemaligen Reich – entfernt. Das dürfte nach dem Krieg die erste großflächige Beschäftigung der Steinmetze im Lande gewesen sein!
1948 richtet sich der Lederfabrikant Karl Stolla aus Wien im Schüttkasten ein. Inwieweit er den Keller für sein Gewerbe mitbenützte, ist nicht bekannt. Im Jahr 1953 quartierte sich die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst – damals als Schule des Sehens – in der leerstehenden Kaserne des Arbeitshauses ein. Mit der Zeit breitete sie sich auch im Schüttkasten aus und damit auch im Keller. In den späten 80er-Jahren wurde im westlichsten Teil des Kellers mit Genehmigung des Denkmalamtes eine atelierartige Unterteilung mit 30 cm dicken Hohlziegeln aufgebaut, damit auch in diesen Bereich Platz für den Schulbetrieb möglich wird. Es stellte sich aber bald heraus, dass ein längerer Aufenthalt in dieser Unterwelt, auch wenn außen sommerliche Temperaturen herrschen, nicht zumutbar ist. So steht der Keller heute wieder leer und wird nur zum Trocknen von (Schütt-)bildern und für die Schlußausstellungen verwendet. Mit Zorn denkt der Festungsverwalter an die farblichen Verschmutzungen der Felswände und besonders der Mittelsäule aus Konglomerat aus der Paris Lodronzeit. Aber mit einer längst fälligen Entfernung der häßlichen Einbauten kann eine Reinigung mit Dampfstrahler auch hier wieder den ursprünglichen Zustand herstellen.
In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hat der Festungsverwalter diesen Keller bei Sonderführungen gerne gezeigt, weil anhand seiner Geschichte das Verständnis für das größte historische Gebäude des Landes Salzburg gut geweckt werden kann. Auch bei den Teilnehmern der Sommerakademie fanden solche Führungen Interesse. Umso erstaunter war der Festungsverwalter, als er nach einer Sommersaison feststellen musste, dass ein „Künstler” die Hakenkreuz-Sgrafitti mit gelben Davidsternen übermalt hat. So wurde das „Denk”mal Schüftkastenkeller auch noch zum Träger einer anachronistischen Betrachtungsweise, die aber auch wieder Ausdruck der zeitgenössischen Geschichtsbetrachtung ist.
Wenn also die Funktion des Raumes als bloßes Denkmal dem Nutzungsdenken der Gegenwart nicht standhält, was soll man aus ihm machen? Er wurde als Weinkeller gebaut und jahrhundertelang so verwendet. Magazin, Turnsaal, Gefängnis, Weihestätte, Atelier, Ausstellungs- und Partyraum deckten nur kurze Zeiträume ab. Am besten wäre es, ihn zu belassen, wie er ist und mit der Erzählung seiner Geschichte die Phantasie der Besucher zu beleben. Oder man benützt ihn wieder als Weinkeller, wozu er sicherlich bestens geeignet ist.
Kommentare sind geschlossendie koordinaten der breitengrade bezeichnen/verorten das von maria flöckner und hermann schnöll geplante haus zwar, benennen es jedoch nicht. wir wissen, dass es im raum salzburg, in adnet zu finden ist und mittels der bereits alltäglichen navigationsinstrumente gelangen wir mit dem auto direkt vor die haustüre. trotzdem bleibt der ort vorerst abstrakt. und das scheint dem denken, dem programm der auftraggeberfamilie und des architektenduos zu entsprechen.
bestimmend für den entwurf ist der gekonnte umgang mit differenzen – z. b. einer differenz zwischen einer idealisierung eines hauskonzeptes und der selbstbewussten einfügung in eine ganz spezifische landschaftssituation. das wäre noch nichts neues. wir kennen das von mies van der rohes haus farnsworth und neuerdings von dessen interessanten bastarden – des japanischen architekten shigeru ban. auch bei diesen häusern fehlt die zentralität, sind boden- und deckenplatte die bestimmenden elemente, fließt der raum nach außen und die landschaft nach innen, erfolgt der materialeinsatz höchst kontrolliert und doch poetisch.
von: david strohm / nzz am sonntag / 3.2.2008
von: rainer häupl / ait / 7/8-2007
leben in der landschaft – camping für fortgeschrittene – der raum folgt als lebensbereich keiner abgrenzung.
mehr zum haus 47°40’48”n/13°8’12”e.
Kommentare sind geschlossenvon: norbert mayr / architektur aktuell / 5.2007
von: wojciech czaja / h.o.m.e. / 05/2007
by norbert mayr / architektur aktuell / 5.2007
untersuchungsgegenstand war die behindertengerechte adaption des erdgeschosses, eine räumliche verbesserung des dachgeschosses, die verbesserung der freiraumnutzung, sowie die klärung des baulichen verhältnisses zum einfamilienhausanbau, alles in form einer kostengünstigen lösung.
mehr über SMI liefering
Kommentare sind geschlossensn / top of salzburg 1/2007
architektur und natur sind ein gegensatzpaar, das ineinander übergeht. schon wo die ersten menschen sich wohnhöhlen bauten oder höhlen zum leben anpassten, wird diese teilmenge sichtbar: wo endet die natur, wo beginnt die architektur? dass diese frage über die jahrtausende theoretisch und philosophisch aufgeladen wurde, liegt auf der hand. geschützt umgeben von einem haus, das ebenso unsichtbar wie harmonisch in den landschaftsfluss eingebettet da liegt, lebt darin der mensch von heute.
dass architektur zu den klassischen, also den großen künsten gehört, wird allzu oft unter ökonomischem druck vernachlässigt. das architektenduo flöckner und schnöll zeigt mit seiner arbeit, dass dies nicht so sein muss, zumal der quadratmeterpreis des hauses, dessen namen seinen standpunkt im koordinatensystem bezeichnet, mit 1.720 euro nicht allzu exorbitant scheint. der kompliziert wirkende name ist mehr als nur eine reihe von zeichen: er zeugt von auseinandersetzung mit dem phänomen architektur auf einer anderen als der rein baulich-praktischen ebene. ein haus, eine immobilie bedarf des vielfachen bezugs zu dem ort, an dem es errichtet wird. landschaft, aussicht, wetter, sonnenlauf, anbindung und vieles mehr spielt eine bedeutende rolle in der konstruktion und in der optik des hauses.
isabella marboe / der standard / 30./31.10.2004
etwa 30 kilometer südlich von salzburg liegt die gemeinde kuchl, wo bildhauer josef zenzmaier in der strubau ein altes landhaus bewohnt, durch die ritzen des werkstattstadels schimmert glut, der meister ringt mit wachsabgüssen um seinen paracelsus. schon als kind liebte sohn stefan das ineinanderfließen von wohnen und arbeiten. heute ist er selbständiger fotograf, lang lebte er mit frau und drei kindern in salzburg, die wohnung war viel zu klein, er suchte eine größere und ein atelier.
Kommentare sind geschlossennorbert mayr / spezial / der standard / 27.05.2004
das fehlen eines so genannten „ordentlichen daches“ führt selbst am beginn des 21. jahrhunderts in salzburger gemeindestuben und baubehörden häufig zu heftigem rumoren und kopfschütteln.
das wohnhaus zenzmaier mit angeschlossenem fotoatelier in kuchl im salzburger tennengau legt die absurdität dieser leidigen dachdiskussionen frei. die architekten maria flöckner und hermann schnöll demonstrieren eingliederung ohne anbiederung in die bestehende siedlungsstruktur.
das engagierte salzburger architektenduo verdreht den ein- bzw. zweigeschoßigen baukörper leicht zu den umliegenden häusern und bildet einen locker gefassten hof.
durch präzis gesetzte, vertikale oder horizontale fensteröffnungen werden umgebende bauten ausgeblendet. so kann die familie vom esstisch im wohnraum ruhige blicksequenzen vom elterlichen obstgarten über die gebirgszüge bis zur wiese mit weidenden schafen genießen.
„raumkamine“ vom wohnraum ins obergeschoß schaffen außergewöhnliche lichtstimmungen und raumbeziehungen.
helle brauntöne tragen zur angenehmen wohnatmosphäre bei. die bewusste wahl und gestaltung der rohbaumaterialien erübrigte ein zusätzliches oberflächenfinish. das eingesparte geld kommt der räumlichen großzügigkeit und den großflächigen fensteröffnungen zugute.
Pudong, der moderne Businessdistrikt von Shanghai, ist in den letzten Jähren zum Symbol für das unglaublich rasante Wirtschaftswachstum Chinas geworden – und mit ihm das Wahrzeichen Shanghais – der Oriental Pearl Tower. Am Fuße des zweithöchsten Fernsehturmes der Welt wurde Mitte September die erste „Environmental Art Exposition” in China eröffnet und mit ihr eine Leistungsschau junger, innovativer österreichischer Architektur mit dem Titel „making waves”. Über eine Publikation hatten die Expo-Organisatoren von den Arbeiten der jungen Österreicher erfahren, und weil die Arbeiten gefielen, wurde „architektur in progress” kurzerhand eingeladen, zum Thema „Architektur und Landschaft” eine Ausstellung für Shanghai zusammenzustellen. In enger Zusammenarbeit mit der Initiative YEAA (Young European Asian Architects) wurden 25 Projekte ausgesucht. Der Bogen spannt sich von kleinen, aber innovativen Einfamilienhäusern bis hin zu großmaßstäblichen städtebaulichen Visionen. Den Initiatoren war es ein Anliegen, dass neben den Wiener Teams auch Arbeiten aus den Bundesländern vertreten sind, und so wurden Projekte der Teams querkraft, Delugan_Meissl, gerner°gerner+, propeller z, BKK3, pool, the next ENTERprise, rainer pirker architeXture, BN Architekten, hobby a., urban fish 2, Mladen Jadric, Flöckner & Schnöll, Thomas Forsthuber, ko a la, HOLODECK.at mit Marc Gilbert und Machne & Durig Architekten ausgewählt. In Zusammenarbeit mit dem Pneu-Pionier Michael Schultes wurden neun aufblasbare Kuben aus transparenter PVC-Folie entwickelt, die von je 22 Quadratmetern bedruckter Textilbahnen umspannt sind. Bereits bei der Expo-Eröffnung in Shanghai entwickelten sich die hinterleuchteten Würfel zu einem beliebten Anziehungspunkt für viele neugierige Besucher.
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